Veranstaltungen

19.09.2018, 18. Uhr

Performance & Installation

Isaiah Lopaz - A History of Remembering in Kooperation mit dem Reeperbahnfestival

Isaiah Lopaz, Untitled, 2018

Ort der Performance & Installation: Das Reeperbahn Festival Villgage auf dem Heiligengeistfeld


Die Anzahl der Plätze für die Perfomance sind begrenzt, daher bitten wir um verbindliche Anmeldungen zur Performance bis zum 17.9.2018 unter: presse@kunstverein.de


In Kooperation mit dem diesjährigen Reeperbahnfestival präsentiert der Kunstverein in Hamburg den US-amerikanischen Künstler Isaiah Lopaz (*1979 in Los Angeles, lebt und arbeitet in Berlin). Lopaz nutzt Fotografie, Performancekunst, Collagen und Textarbeiten, um seine persönliche Konfrontation mit Alltagsrassismen zu verarbeiten und in der überwiegend weißen Mehrheitsgesellschaft, in der er lebt, zu reflektieren. So entwickelte er z.B. in 2016 das Fotoprojekt Things You Can Tell Just By Looking At Him als Reaktion auf die Vielzahl rassistischer Äußerungen, die ihm als „Person of color“ täglich begegnen. Er druckte Äußerungen wie z.B. „Where do you really come from?“, „Where can we get some drugs?“ oder „I never had sex with a black guy before“ auf weiße T-Shirts, in denen er sich dann selbst an unterschiedlichen Orten in und um Berlin ablichten ließ.


Auf dem diesjährigen Reeperbahnfestival präsentiert der Kunstverein in Hamburg zwei Arbeiten des Künstlers: Die Installation Say What You Mean/Mean What You Say verwendet als Grundlage Textmaterial aus Lopaz’ oben genannten Fotoprojekt. Auf einem großen LED-Screen stellt Lopaz rassistische Aussagen, Ängste und Fragen einander gegenüber, um auf die komplexen und diffizilen Strukturen von Fremdenfeindlichkeit hinzuverweisen.


Die zweite Arbeit, die Performance A History of Remembering greift verschiedene mündlich überlieferte Traditionen und Gebräuche subsaharischen Ursprungs auf, die auch heute noch von Menschen dieser Herkunft teils intensiv gelebt werden. Ihre Geschichten, Mythen, Sprüche und Lebensweisheiten wurden trotz Jahrhunderten des Kolonialismus, der Entführung und Versklavung, der Durchsetzung willkürlich gesetzter Grenzen und der Auferlegung kulturell fremder Sprachen nicht komplett ausgelöscht. Die Narrative werden von Generation zu Generation mündlich weitergegeben, ob an Lagerfeuern, in Gotteshäusern, in Gemeinschaftszentren und in der Gegenwart von Ältesten.

Die Teilnehmer*innen der Performance A History of Remembering werden eingeladen, sich um einen rechteckigen Tisch zu setzen, an dessen Kopfende drei Performer*innen sitzen, die ihre persönlichen Geschichten, Mythen, Sprüche und Lebensweisheiten teilen. Ein weiteres Element der Performance besteht aus einem gemeinsamen Essen. Alle zubereiteten Speisen werden durch den jeweiligen Koch oder die Köchin mit historischen Episoden verbunden.

A History of Remembering macht die Erzählungen der Menschen subsaharischer Herkunft bewusst, sie werden geteilt und durch die Überlieferung archiviert. Es sind Geschichten, die lange als irrelevant betrachtet worden sind; Geschichten, die aus der Perspektive der Kolonisator*innen falsch geschrieben, bearbeitet und ausgelöscht wurden. Diese Geschichten, die verborgen und geraubt worden sind, bekommen so einen neuen Raum.


PerformerInnen:

Isaiah Lopaz

Clemintine Ewokolo Burnely

Monica Kamara

Rebecca Meraki


Kuratiert von Dilara Kubitzki