Veranstaltungen

04.11.2017

Studio Visits

Bei Adam Jankowski, Rupprecht Matthies und Stella Rossié

Members only

Wir bitten um Anmeldung bis zum 28.10. unter kubitzki@kunstverein.de


Wir freuen uns, dass die Hamburger KünstlerInnen Rupprecht Matthies, Stella Rossié und Adam Jankowski uns die Türen ihrer Ateliers öffnen, und möchten Sie herzlich zu einer Studio-Visit-Tour einladen.

Mit welchen Thematiken beschäftigen sich die drei Hamburger KünstlerInnen? Wie sehen die Orte ihres künstlerischen Schaffens aus? Diesen und anderen Fragen möchten wir an diesem Samstag mit Ihnen nachgehen.


Rupprecht Matthies (geb.1959 in Hamburg) studierte Soziologie und anschließend Kunst bei Gustav Kluge an der HfbK in Hamburg. Heute lebt und arbeitet der Künstler in Hamburg und Berlin. Sein Werk umfasst Skulpturen, Malerei, Filme und Installationen. Seit einigen Jahren liegt sein künstlerisches Augenmerk auf Wort-Kunstwerken. Sein Ruf als „Wortkünstler“ und „Wortspieler“ zeugt von seinem starken Interesse an Kommunikation und sozialer Interaktion, welches sich in seinen sprach-basierten Werken widerspiegelt. Hinsichtlich seiner Tätigkeit steht für ihn das gesellschaftspolitische Gestalten und Verbessern im Vordergrund. Durch seine künstlerische Praxis gelingt Matthies eine Thematisierung wichtiger gesellschaftlicher und kultureller Problematiken, welche er auf poetische Weise anspricht und somit zum Nachdenken anregt.

Matthies war an zahlreichen Einzel-und Gruppenausstellungen beteiligt, so etwa 2016 im Kirchner Museum in Davos, 2009 im Kunstverein in Göttingen und 2017 präsentiert die Galerie Born in Berlin seine Ausstellung Gingko Palace.


Stella Rossié (geb. 1989 in Bochum) studierte von 2008-2012 an der Universität Dortmund Literatur und Kunstgeschichte. Von 2013-2017 studierte sie freie Kunst an der HfbK Hamburg  bei Prof. Andreas Slominski und Ceal Floyer. Ihr künstlerisches Werk zeichnet sich in besonderem Maße durch Performances, Installationen und Filme aus. Auf scharfsinnige Weise setzt sie sich mit Gesellschaftsbildern und sozialen Handlungsstrukturen auseinander, welche sie gleichwohl in kritischer als auch humoristischer Manier reflektiert. Die Umsetzung ist filmtechnisch versiert und in ihrer Eigenart beeindruckend: Sowohl der Einsatz von Ton und Musik, als auch die Wahl der Kostüme und Requisiten zeugen von einer präzisen gedanklichen Durchdringung ihres Konzepts.

Ein großer Teil ihrer Arbeiten sind in enger Kooperation mit Nicola Gördes entstanden, mit der sie unter anderem die Arbeiten Komet (2014) und Yes Goodbye (2017) realisierte. Die Galerie Jürgen Becker zeigte 2017 den Film Supbar. Die erschaffenen Bildwelten geben oftmals phantastische, skurril anmutende Geschichten wieder, welche sowohl einen dokumentarischen, als auch einen fiktionalen Charakter aufweisen und spannungsreich dazwischen changieren.

2014 wurde die Nachwuchskünstlerin mit dem Hiscox Kunstpreis ausgezeichnet, 2015 folgte die Verleihung des DEW Kunstpreises.


Adam Jankowski (geb. 1948 in Gdansk/Polen) studierte an der Wiener Kunstakademie und an der Hochschule für bildende Kunst in Hamburg, unter anderem bei Franz Elsner, Almir Mavignier und Bazon Brock. Ab 1984 lehrte Jankowski an der Fachhochschule Hamburg und an der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main. Als Mitbegründer der autonomen kulturpolitischen Initiative „Freie Vereinigung Bildender Künstler Hamburg“ und des „Arbeitskreises Bildende Kunst Hamburg“, verfasste er mit Herbert Hossmann und Uwe M. Schneede das sogenannte „14-Punkte-Programm“ zur Förderung der bildenden Kunst in Hamburg.

Jankowskis Werk zeichnet sich durch eine bestechende Vielfalt aus. Auf seine fotorealistischen Anfänge folgte eine zunehmend abstrahierte Formensprache, welche vermehrt durch collageartige Elemente begleitet wurde. Die Ausstellung Kalte Strahlung, welche 1990 in Kooperation mit Robert Letter im Landesmuseum Darmstadt stattfand, greift ein sich paradigmatisch durch sein Œuvre ziehendes Thema auf: Die Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch eine technisierte, von neuen Medien bestimmte Welt. Dieses zentrale künstlerische Thema Jankowskis korrespondiert mit seinem Interesse, politische und gesellschaftliche Unruhen und Problematiken zu reflektieren. Seine großformatigen Werke bestechen durch eine farbenfrohe, lebendige Bildrhetorik, welche nur scheinbar im Kontrast zu den dringlichen politischen Inhalten seiner Arbeiten steht.

Adam Jankowski war neben den Ausstellungen Dorn im Auge in Hamburg-Barmbek (1982), Künstlerräume im Hamburger Kunstverein (1983) an zahlreichen Einzel- und Gruppenausteilungen beteiligt. Viele seiner Werke sind in permanenten Ausstellungen im Museum Bochum, in der Hamburger Kunsthalle, im Hessischen Landesmuseum und im Belvedere Wien.