Ausstellungen

Night Shift

FORT

27. Oktober 2018 - 27.Januar 2019, Eröffnung: 26. Oktober

FORT, Open End, 2016, Ausstellungsansicht: Casino Luxembourg 2017, Foto: Eric Chenal

Der Kunstverein in Hamburg zeigt eine Einzelpräsentation des Künstlerinnenduos FORT in Zusammenarbeit mit dem Casino Luxemburg. Die Ausstellung Night Shift vereint Neuproduktionen, die 2016 und 2017 in New York während eines Atelierstipendiums der Hessischen Kulturstiftung entstanden sind, mit ausgewählten früheren Arbeiten. FORT, bestehend aus Alberta Niemann (*1982 in Bremen) und Jenny Kropp (*1978 in Frankfurt am Main), arbeiten vorzugsweise mit Alltagsgegenständen, die adaptiert und in den Ausstellungsraum transferiert werden. Ihre Objekte und Raumsituationen haben meist einen subtil-surrealen Charakter und erwecken trotz ihrer vermeintlichen Vertrautheit eine Atmosphäre von Unheimlichkeit, Leere und Verlassenheit. Häufig changieren die Objekte dabei zwischen poetischen und humoristischen Momenten und spielen mit den Sehgewohnheiten des Betrachters.


In der Ausstellung Night Shift beschäftigen sich FORT mit den Themenfeldern Nacht und Dunkelheit. Die unteren Räume des Kunstvereins bleiben für die Dauer der Ausstellung dunkel, einzig die Werke leuchten aus sich selbst heraus und geben dem Besucher Orientierung. Der Titel Night Shift hat hierbei zweierlei Bedeutung. Einerseits verweist die wörtliche Übersetzung „Nachtschicht“ auf den Zeitabschnitt nächtlicher Arbeit und ist auch in Literatur und Film ein beliebtes Motiv, das Themen wie Einsamkeit und Isolation sowie geheimnisvolle und unheimliche Elemente aufgreift. Andererseits spielt der Titel mit der Verschränkung der Begriffe „Nacht" und „Verschiebung" und deutet so auf die irrationalen und mystischen Eigenschaften hin, wie sie Nacht und Dunkelheit seit Urzeiten zugeschrieben werden. Die Ausstellung bewegt sich an dieser Schnittstelle von Realität und subtiler Magie, Rationalem und Irrationalem, Bekanntem und Unbekanntem und schafft eine Atmosphäre von Vergänglichkeit und Verlassenheit, wie sie für die Arbeiten von FORT charakteristisch ist. Gleichzeitig schließen die beiden Künstlerinnen mit dieser thematischen Verhandlung an ein vielfach aufgegriffenes Motiv der Kunstgeschichte an. Ob Max Beckmanns Gemälde aus der nächtlichen Zwischenwelt Berlins des frühen 20. Jahrhunderts, Edward Hoppers berühmtes Bild Nighthawks (1942), das einsame Nachtschwärmer in einem Café zeigt, oder Barnett Newmans abstrakt-atmosphärische Farbfeldmalerei Midnight Blue (1970) – die Nacht und ihre Mysterien sind eine wiederkehrende Thematik in der Kunst.