Ausstellungen

Staging Realities I

1. - 31. Mai 2018

Im Frühjahr und Herbst 2018 widmet sich der Kunstverein mit mehreren kurzen Interventionen der Performance als Möglichkeit zur gezielten Manipulation von Wirklichkeitserfahrung. Während die Formulierung „alternative Fakten“ jüngst zum Unwort des Jahres 2017 gekürt wurde, ist man sich in der Philosophie spätestens seit der Aufklärung darüber im Klaren, dass der eigentliche Wert der „Wahrheit“ eben im fruchtbaren Streit um diese liegt – vorausgesetzt, dass sich alle Beteiligten über den Verhandlungsraum einig sind. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um das sogenannte Postfaktische und dessen Einzug in die Tagespolitik und –presse zelebriert das Projekt das Potenzial der Künste, Fiktionen und alternative Denkräume zu entwerfen. Denn genau in der Verschiebung unserer Perspektiven und der Erweiterung des Erfahrungshorizontes liegt der besondere Reiz der Kunst; oder, wie es die Hamburger Band Tocotronic einst auf den Punkt brachte: „Pure Vernunft darf niemals siegen. Wir brauchen dringend neue Lügen, die uns durchs Universum leiten.“

An mehreren Abenden wird zu Themengebieten wie Körper, Identität, Geschichte, Sprache und Wissenschaft die Möglichkeitsform und das von ihr ausgehende Potenzial zur Dekonstruktion und Destabilisierung von vermeintlicher Faktizität ins Rampenlicht gerückt. Dabei steht insbesondere der Gebrauch von Musik und Gesang im Zentrum, um diese emotionalste und zugleich auch manipulativste Form der Kommunikation als transformatives Mittel auszuloten.


Termine:


4. Mai, 19 Uhr

Nicola Gördes & Stella Rossié (*1986 in Lennestadt und *1989 in Bochum, leben und arbeiten in Dortmund, Münster, Hamburg) mit Boring Explosions


17. Mai, 19 Uhr

Adam Christensen (*1979, Aylesbury, UK, lebt und arbeitet in London)